2xEL 34 PP AMP

von Jens Rosche

Vorwort:
Alles begann mal mit ein paar Röhren die ich aus einem Röhrenradio und Fernseher ausgebaut habe(und die ich damals leider teilweise weggeworfen habe)
Dann kam ich mal ins Internet und habe einige Homepages gefunden die sich über das Thema beschäftigen. Dort habe ich herausgefunden wie ich einen kleineren Eintakter mit der PCL805 baue. Sofort war ich fasziniert von der Technik und habe den kleinen Verstärker auf einem alten Kosmos Experimentierboard nachgebaut mit Bauteilen die ich aus alten Videorecordern und ähnlichem ausgelötet habe.
Es funktionierte aber ich hatte arg Probleme die hohen Spannungen einigermaßen gut stabilisiert zu gewinnen .(200V)
Da ich nur wenige Röhren damals hatte beschloss ich mal bei einer Auktion von 70 Röhren bei E-Bay mitzusteigern.
Darunter waren viele Arten von Röhren unter denen mir die Vorstufenröhren ECC82 und ECC83 und eine Leistungspentode EL34 aufgefallen sind.
Da er viel Leistung haben sollte fiel dann die Wahl auf die EL34 und
da ich keinen Eintakter bauen wollte kaufte ich mir noch eine EL34
und setzte mir das Ziel einen EL34 PP in Class B mit ungefähr 50W aufzubauen. Dabei halfen mir einige Leute (siehe Schlusswort) und Jogis Röhrenbude mit dem Forum
www.jogis-roehrenbude.de



Aufbau und Inbetriebnahme:

ACHTUNG!!! Wir weisen bei allen Projekten auf der Hohen Betriebspannung hin! Die Zwischen 250V und 5 KV !!! liegen können je nach projekt und beim falschen Umgang LEBENSGEFÄHRLICH Sind. der Nachbau hier beschriebenen Geräte ist auf eigende verantworung durchzuführen. Weder die Autoren noch der Homepage Betreiber übernimmt Hafung für fahrlässigkeiten oder für fehler die in den veröffendlichten Schaltungen sich / erschlichen haben die verantwortung. und das Risiko liegt alleine bei der Person die eine Schaltung nachhbaut. fundierte Kenntnisse der Elektronik und der elektrischen Sicherheit sind unabdingbar. Der nachbau ist nur für Private personen gestattet. Für eine gewerbliche nutzung sind die jeweiligen Autoren um Einverständnis Schriftlich zu fragen!



Als erstes musste ich die Röhrenbestückung bestimmen. Da hab ich als natürlich geschaut welche Röhren ich besitze. Also ich besitze 1 ECC82 und 7 ECC83 und 1ne EL34.Wie gesagt hab ich dann nachdem ich mich über die Daten der Röhren und allem andrem technischen gekümmert habe ,kaufte ich die 2te EL34.
Dann mussten erstmal die Löcher für die Röhren und den Ausgangsübertrager bohren.
Dann habe ich die Sockel auf "stelzen" gestellt was aber doch nicht so ganz das Optimum ist. Danach habe ich die Lötleisten angebracht an die Gehäuseunterseite und damit angefangen die Bauteile daraufzulöten ,alle Massen der einzelnen Verstärkerstufen sind in Reihe zusammengefügt .
Dann habe ich die Leitungen von den Röhrensockeln zu den Lötleisten verlegt.
Dann hab ich den Ausgangsübertrager drann montiert und den ersten Testlauf gemacht indem ich alle benötigten Spannungen angelegt habe und den BIAS( negative Gittervorspannung damit die Röhre teilweise sperrt ) eingestellt habe.
Jetzt habe ich den Lautstärkeregler gebaut und angeschlossen.
Nun waren noch einige Gehäusearbeiten wie lackieren angesagt.
Nur noch Trafos mit Gleichrichterschaltung in ein Gehäuse und alles verbinden - Fertig.


(Da ich aber bis jetzt noch keinen Trafo habe werden wir Schulnetzteile benutzen.)
Die negative Gittervorspannung muss so dass an den 1 Ohm Widerständen jeweils 34mV abfallen(=34mA Ruhestrom pro Röhre) eingestellt werden.

Schaltungserklärung

Das stellt das Netzteil Des Verstärkers dar.



Das Netzteil weist keine Besonderheiten bis auf der Spannungsverdoppler für die negative Gittervorspannung.
Alle Elkos für die Anodenspannung halten 450V und für die negative Gittervorspannung 100V.
Für den Testlauf wurde auch ein Spannungsverdoppler für die Anodenspannung verwendet .

Bei der Phasenumkehrverstärkerstufe habe ich als erstes mich um die
Mischung von dem rechtem und dem linken Kanal gekümmert.
Danach geht das gemischte Signal in einen Umschalter und von dort aus in das Lautstärkepoti. Nun geh es mit dem Koppelkondensator weiter, der Gleichspannungsanteile von den Chinchausgängen von VRC oder Sat Receiver vom negativen Gitter fernhält.
Die erste Triode verstärkt das Eingangssignal und ist mit der Gegenkopplung verbunden, welche, wenn sie richtig eingestellt ist, zur Frequenzlinearisierung eingesetzt werden kann. Ausserdem kann man damit auch den Klirrwert senken.
Das verstärkte Signal wir dann an der Anode über einen Kondensator ausgekoppelt und dem Gitter der Phasenumkehrstufe zugefügt, die keine Verstärkung besitzt. Diese besitzt eine Schwingunterdrückung in Form eines Kondensator von Anode zu Gitter.
Das Signal kann um jeweils 180° verdreht an der Anode und hinter R14 abgenommen werden.
Der Kondensator C4 ist so etwas wie ein 0.1ohm Widerstand für Wechselstrom, womit garantiert wird dass beide phasenverschobenen Ausgangssignale in etwa die gleiche Stärke besitzen
Danach werden sie von jeweils einer normalen Verstärkerstufe verstärkt.
Die Signale werden jeweils an der Anode ausgekoppelt.
Nun kommen wir zur Endstufe :


Das Signal wird über 2 Widerstände, die schwingunterdrückend wirken, an das Gitter 1 von den Pentoden angelegt.
Da Röhren relativ hohe Innenwiderstände besitzen muß die Imperdanz der hochohmigen Röhren an die niedrige Imperdanz der Lautsprecher angepasst werden. Dies geschieht im Ausgangsübertrager. In meine Fall muss von 3,4Kiloohm auf 4Ohm angepasst werden.
Die Sekundärseite des Ausgangsübertrager ist aus 2 Gründen mit Masse verbunden: Erstens wegen der elektr. Sicherheit ,da Aüs durchschlagen können und somit die Anodenspannung am Lautsprecherausgang liegen könnte und zweitens wegen der Gegenkopplung die ein Phasenverdrehtse Signal benötigt und der 1te Anschluss auf der Sekundärseite dieses Signal liefert wenn der 2te Anschluss auf Masse liegt.
Die 1 Ohm Widerstände erleichtern das einstellen des bias denn man muss nicht immer Drähte beim neubiasen ablöten sondern einfach nur ein mV Messgerät an die Widerstände anschließen und solange die Potis(für die negative Gittervorspannung) einstellen bis an beiden Widerständen jeweils 34mV(entspricht 34mA welches der unausgesteuerte Ruhestrom darstellt) abfallen. So muss man nicht Anodenseitig mit einem mA Messgerät messen was ungefährlicher und unkomplizierter ist.






Ergebnisse:
(Bild zeigt den Versuchsaufbau auf meinem Schreibtisch)

Dazu gibt es wohl am wenigsten etwas zu sagen bis auf dass ich viel Lötzinn und mehr oder weniger viel Geld gebraucht habe und nun habe ich einen relativ guten Verstärker besitze.
Er ist Laut und klingt einfach supergut.

[Klirrwerte und Frequenzverlauf werden nachgereicht!]

Wie man [Hoffentlich dann !] sehen kann ist die Leistung hoch und die Klirrwerte sind niedrig.

6.Probleme:
Ich hatte Probleme mit den Spannungen:
6,3V(3,6A) AC -60V DC +425V (mindestens 230mA) +260V (10mA)
Probleme macht es einen Trafo mit diesen Spannungen zu finden. Und der Preis wird dann auch über 90Euro sein. Die 260V konnte ich aber mit einem Widerstand und Z-dioden von den 425V gewinnen .
Für den Rest wird ich wohl einzelne Trafos benutzen bzw. Regler und Schunetzteile.
Die negative Spannung wird an einem Verdoppler gewonnen der aus 25-40V AC stabilisierte -60V macht was natürlich auch weniger Probleme mit sich bringt da ich mehr "verwerten" kann


7.Schlusswort:

Insgesamt war es ein relativ schönes Projekt ,weshalb ich denke dass ich auch zukünftig Verstärker bauen werde.
Natürlich kann man nun über Sinn oder Unsinn von so einem Projekt nun diskutieren aber Ziel war es ja einen funktionierenden Röhrenverstärker zu bauen mit ungefähr 50Watt Sinusleistung.
Ich hätte mir natürlich auch einen Transistorverstärker ,welcher keine lebensgefährlichen Spannungen braucht, bauen können bloß das macht ja nicht so viel Spass und da gibt es auch keine glühenden Kathoden und ich wollte ja es mit alter Technik machen, die es auch schon um 1960 gab.
Es gab bloß eine Sache die ich nicht verwirklichen wollte
Röhrentechnik ist auch relativ leichter aufzubauen klingt trotzdem schöner "wärmer" so wie es einige auf ihren Homepages beschreiben.
Ich bin insesamt sehr zufrieden mit dem Verstärker und werde diesen dann nach dem Wettbewerb in mein Zimmer stellen und die Musik genießen.
Ich nenne nun mal die Leute die mir sehr geholfen haben dieses schöne Projekt zu verwirklichen:
Stephan Lutz durch das beantworten einiger wichtiger Fragen.
Stephan Seibl (aka OneStone)das beantworten von noch mehr Fragen und geben von Vorschlägen zum Aufbau ,die ich leider nicht alle verwirklichen konnte und von ihm hab ich auch Hilfe um eine Phasenumkehrvorstufe zu bauen bekommen und die Erklärung dazu ,was mir sehr geholfen hat.
Jochen und sein Forum durch allgemeine Hilfe und die schöne Homepage
Mit den vielen Beiträgen und Selbstbauprojekten (Leserbriefe)
Mein Vater der mir bei der Bearbeitung des Gehäuse half .
Und mein ehemaliger Physiklehrer der sich um einiges gekümmert hat.

Alle Schaltbilder stammen von mir(selbst mir CAD Prg. gemacht) die Phasenumkehrstufe hab ich von Onestone ,nachdem ich die Funktion verstanden habe, kopiert.



8.Begriffserklärung:
(PP bedeutet im Englischen Pull-Push und heißt auf Deutsch Gegentakt)

Erklärung zu den Röhren die ich verwendet habe:
Der erste Buchstabe legt die Heizungsart fest: die üblichsten sind E (6,3V Parallelheizung) P (300mA Serienheizung) und U (100mA serienheizung)
Der 2te oder mehr Buchstabe legen den Typ der Röhre fest:
Bei den verwendeten Röhren(in meinem Verstärker) heißt das also: L (Leistungspentode) C (Triode)
Die erste Nummer legt die Fassung(meist auch fälschlicherweise als Sockel bezeichnet) fest :
Bei den verwendeten Röhren: 3 (Octal 8 Pin Fassung) 8 (Noval 9 Pin Fassung)
Insgesamt heißt das: EL34 Leistungspentode mit Octalsockel und 6,3V Parallelheizung.
ECC82 und ECC83 Doppelttriode mit Novalsockel und 6,3V Parallelheizung , die sich nur in den Betriebswerten und Kennlinien unterscheiden.


Class A:
- Schlechter Wirkungsgrad (ca. 30%)
- einfache Schaltung
- minimale Verzerrungen
- Gegentakt und Eintakt möglich

Class AB:
- mittlerer Wirkungsgrad
- nur Gegentakt sinnvoll
- relativ wenige Verzerrungen
- mittlerer Schaltungsaufwand
- vertretbarer Wirkungsgrad

Class B
- nur Gegentakt sinnvoll
- mittlerer Schaltungsaufwand
- relativ viele Verzerrungen
- maximale Ausgansleistung ist das doppelte der maximal zulässigen Gesamtverlustleistung der Endstufenröhren
-wirkungsgrad etwas besser als bei Class AB

Nachtrag!

Also. Ich habe doch noch einen passenden Trafo bekommen.Da dieser leider zuviel V nach der Gleichrichtung liefert musste ich eine elektronische Regelung bauen,
von 480-520V auf 425V. Natürlich hätte ich auch einen Widerstand nehmen können aber wenn ich richtig aufdrehe dann bekomme ich probleme da dann die spannung zu arg schwankt, und das erzeug Verzerrungen.
Deshalb habe ich eine Schaltung die ich auf einer Website gefunden habe umgebaut auf meine Verhältnisse.

Diese brauche ich nicht zu erklären.Natürlich muss diese Schaltung die derzeitige Anodenspannungserzeugung und Siebung ersetzen.



Die Schaltung konnte ich schnell auf Lochraster aufbauen und wurde gleich in ein Metallgehäuse mit dem Ringkerntrafo eingebaut.Noch einen Kühlkörper für den Mosfet,der die überflüssigen 70V in Wärme umsetzt. Dann habe ich noch einige Steckverbinder an das Gehäuse und an den Verstärker geschraubt.Wenn wir schon beim Netzteil sind,kommen wir auch zu der Stromaufnahme vom Verstärker,diese Beträgt 80-110W .

Aussedem habe ich es in der Zeit geschafft neue Endröhren zu besorgen aber ich konnte keine Klirrmessungen und ähnliches machen,da ich keine Lastwiderstände habe und mein Line in von der Soundkarte kaputt ist.
Dann noch einen FETTEN dank an JOCHEN (
http://www.jogis-roehrenbude.de/ ) dasser mir einige TFK und VALVO Vorstufenröhren geschenkt hat. Diese sind das beste vom besten.
(Und kosten bei ebay auch soviel)






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